Pippilotta Viktualia Rollgardina Schokominza Efraimstochter Langstrumpf.

Heute sind Ben und ich 3 Jahre zusammen! DREI JAHRE. Whohoooo!

NUR drei Jahre muss man ja sagen. ERST drei Jahre. Zusammen, nicht drei Jahre verheiratet. Normalerweise würde man jetzt so langsam mal darüber nachdenken, vielleicht zusammen zu ziehen. Oder ggf. ein Auto zusammen zu kaufen.

Wir haben in unseren ersten drei Jahren offensichtlich ein bisschen mehr Gas gegeben als andere in jungen Beziehungen. Wir haben nicht nur gemeinsam auf unserem Hausboot in Berlin gewohnt, dies ausgebaut und aufpoliert, sind auf kleine und grosse Reisen gegangen, haben geheiratet, sondern haben dann alles verkauft, verschenkt, verpackt und sind gemeinsam ans andere Ende der Welt gezogen.

In den Taschen unsere Liebe, einen kleinen Puffer auf dem Konto und so viel Tatendrang in unseren Herzen, um nun gemeinsam hier unser neues Leben aufzubauen. So richtig neu fühlt sich alles aber gar nicht an. Nur anders. Ein neues Leben bekommt man ja nicht. Man ändert eben nur alles. Man hat nur ein Leben. Same same but different. Gott, ich bin so weise…

Zurückblickend würde sicherlich der ein oder andere denken, dass Ben mich direkt beim ersten Treffen geschwängert hat und wir nur deswegen so schnell geheiratet haben. Dem ist aber nicht so. Wir sind einfach grosse Fans davon, unser Leben eigenständig zu gestalten und nicht von äußeren Bedingungen bestimmen zu lassen. Worauf sollen wir denn auch warten?!

So sind wir beide tatsächlich erzogen worden: frei und neugierig. Ohne in bestimmten Grenzen zu denken. Und das, obwohl Ben in West-Berlin aufgewachsen ist und im wahrsten Sinne des Wortes von Grenzen umgeben war. Der freie Geist unserer Eltern hat uns gelehrt, uns davon nicht beschränken zu lassen. Und dafür bin ich unendlich dankbar. Auch wenn ich mir vielleicht an verschiedenen Stellen als Kind und Jugendliche mehr Grenzen gewünscht hätte und das vergebliche Austesten von unsichtbaren Grenzen etwas exzessiv enden kann, dann hatte es doch das Gute, dass am Ende selbstständige Freigeister entstanden sind, die zwar Respekt aber keine Angst vor grossen Veränderungen haben.

Wir haben unabhängig voneinander gelernt mit unseren Händen und Köpfen zu arbeiten. Wir sind beide recht handwerklich begabt – Ben als Tischler und allrounder, ich als Schneiderin und furchtlos diversen Maschinen und Werkzeugen gegenüber. Mit Ben muss ich mir niemals Sorgen machen, dass wir irgendwo auf der Strasse landen würden. Wir könnten uns selbst aus Holzresten ein Haus bauen. Überall. Jederzeit. Das gibt ein wohliges Grundvertrauen, dass mich bei all der Veränderung um uns herum ruhig schlafen lässt. Das heisst wiederum nicht, dass man unbedingt handwerklich begabt sein muss, um auszuwandern. Schaden tut es aber sicherlich nicht.

Ben und ich sind gerade erst wieder aufeinander getroffen und haben die vorprogrammierten ersten Holperigkeiten gekonnt gemeistert. Nun konzentrieren wir uns darauf, unser gemeinsames Leben wieder weiter voran zu treiben und zu gestalten.

Das alles klingt wirklich sehr nach Pippi Langstrumpf. Und der ein oder andere wird sicherlich sagen, dass das nichts für ihn wäre, oder dass wir vorsichtig sein sollten oder dass wir zu schnell sind. Oder dass er es auch gern machen würde, aber das ginge ja  aus verschiedensten Gründen nicht. Oder oder oder…..

Nicht nur, dass Pippi Langstrumpf mich bereits mein Leben lang begleitet und durchaus geprägt hat, sie hat zusammen mit Momo und Ronja Räubertochter meine Sicht auf die Welt und das Leben geprägt. Danke Astrid Lindgren, danke Michael Ende! Eure Bücher trage ich sogar zum anderen ende der Welt mit mir herum.

Ich habe mal gelesen, dass es den Begriff „Versuch“ nicht gibt. Entweder man macht etwas oder nicht. Man versucht nicht auszuwandern. Man wandert aus. Der Begriff „Versuch“ ist nur eine Entschuldigung für das eigene Gehirn, um hinterher sagen zu können, dass es  ja nur einen Versuch war. Auch wenn es vielleicht nicht geklappt hat. Wobei das „nicht klappen“ tatsächlich eine merkwürdige Bezeichnung ist, meiner Meinung nach. Viele haben mich mit grossen Augen angeschaut, als ich sagte, dass wir auswandern. Und eine der häufigsten Fragen war „Und was ist, wenn ihr es nicht schafft?!“ Was heisst denn „nicht schaffen“? Sein Geld verlieren? Zurückkommen müssen? Dann habe ich doch aber trotzdem all das erlebt, was ich erlebt habe. Dann habe ich doch trotzdem unendlich viel geschaffen bzw. für mich erreicht, Erfahrungen gesammelt, mein Verständnis von der Welt erweitert. Das geht ja nicht verloren, nur weil ich ggf. aufgrund von äußeren Gegebenheiten den Heimweg antreten müsste. Und wer sagt, dass wir in einem solchen Fall wieder nach Berlin zurückgehen würden?

Pippi sagt: „Lass dich nicht unterkriegen. Sei frech und wild und wunderbar.“

Wir haben den Versuch gewagt. Das klingt besonders mutig, empfinden wir beide aber eben gar nicht so. Es ist wie gesagt nur anders. Es ist ein Abenteuer, klar. Und das ist das Beste daran. 🙂

Auf die nächsten drei Jahre! Und nochmal drei und nochmal und nochmal und nochmal und nochmal…………………………………….

 

 

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