3 Monate.

Heute sind es unfassbare 3 Monate. Vor 3 Monaten bin ich in den Flieger gestiegen und  in ein neues Leben abgehoben.

Und da bin ich. Viel ist passiert: Ich habe einen neuen Job angefangen und oft das Gefühl gehabt, dass ich null Ahnung habe, was ich hier tue. Haha! Lustig, wieder ein Anfänger zu sein. Naja, manchmal auch nicht so lustig und eher überwältigend. Aber trotz allem sehr spannend.

Ich habe einen neuen Computer und damit auch eine englische Tastatur. Das ist ebenfalls spannend. Also nicht wundern, wenn meine zukünftigen posts wilde Tipper aufweisen. Immerhin gibt es keine Umlaute, das y und das z sind vertauscht und vom Eszett reden wir erst gar nicht.

Ich habe mir mein kleines Domizil zurechtgeschustert. Da wohne ich und bin abgesehen von gelegentlichen kleinen Unwegsamkeiten wie Überschwemmungen und tierischen Besuchern sehr happy.

Die Welt draussen hat von Sommer zu Herbst gewechselt, was hier in Neuseeland  sehr aufregend sein kann. In der kurzen Zeit hier habe ich drei Stürme, davon 1 Cyclone erlebt. So richtig beeindruckt ist hier keiner von Civil Defense Warnings die empfehlen sich für mindestens eine Woche mit Essen und Wasser einzudecken. Dann ist das eben so. Im Supermarkt merkt man dann aber doch, dass die Leute zum Hamstern neigen, aber das ist ja schliesslich offiziell verordnet! Ausserdem ist auch noch Ostern! 😉

Der Herbst zeigt sich abgesehen von ein paar Stürmen und kurzen Regengüssen von seiner wunderschönen Seite. Ich liebe es, wenn es um die 20ºC, sonnig und ein wenig windig ist. So trägt man lange Hose und T-Shirt. Oder kurze Hose und Strickjacke. Beliebig FlipFlops oder Stiefel. Alles geht, die Anzahl der Schichten macht den Unterschied. Zwiebellook für Fortgeschrittene.

An manchen Tagen fällt es mir unsagbar schwer die richtigen Worte zu finden und das Englisch sprechen erschöpft mich und zwingt mich mit einem brummenden Schädel früh ins Bett. Manchmal nervt mich das. Manchmal überhaupt nicht. An anderen Tagen ist es überhaupt kein Problem und die Worte sprudeln ungezwungen aus meinem Mund. Egal ob sie richtig oder falsch sind. Das Gute ist, dass jeder versteht was ich meine, auch wenn es vielleicht ein totales Kauderwelsch ist. Kauderwelsch – noch so ein Wort, dass ich gern benutze und das mir fehlt.

Auch wenn ich bis jetzt noch keine grossen Abenteuer unternommen habe, gefällt mir das Land und die Leute nach wie vor und immer wieder so sehr! Die Natur ist wunderbar, die Anzahl der Menschen und die Menschen selbst sind sehr angenehm und die Nachbarskatze lässt sich mittlerweile von mir streicheln. Ausserdem kann man in wolkenlosen Nächten die Milchstrasse sehen und sie wirkt so nah, dass man meint, man könnte sie anfassen, wenn man seine Hand nur weit genug gen Himmel streckt (siehe ultrakitschiges Titelbild).

Mittlerweile habe ich erste Freundschaften geschlossen,  Menschen kennengelernt und fange an ein social life unabhängig von meinen bereits bestehenden Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen aufzubauen. Das tut gut. Klingt merkwürdig, ist doch aber sehr wichtig für mich.

Unglaublicherweise sind es jetzt nur noch 10 Tage, bis mein geliebter Ehemann ENDLICH auch hier ankommt. Das ist so unfassbar, dass es noch komplett unecht wirkt. Nachdem er seinen Job in Berlin beendet hat, ist er nun damit beschäftigt, letzte Handgriffe auf unserem ehemaligen Hausboot zu erledigen, letzte Sachen in den Container zu verladen und diesen dann endgültig auf die Reise zu schicken, bevor er ebenfalls Deutschland verlässt. Eine spannende Zeit, aber auch anstrengend und ein bisschen nervtötend verständlicherweise. Es darf jetzt endlich losgehen! Die letzten Tage werden gefüllt sein mit Verabschiedungen, Abschiedsessen und Abschiedstelefonaten. Klingt ein bisschen nach abarbeiten, ist es aber definitiv nicht. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das diesen aufregenden Prozess beschliesst, besiegelt und rund macht. Ohne das – wenn auch traurig – wäre es nicht vollständig.

Sobald der Herzensmann dann da ist, geht es richtig rund: Auto kaufen, Gegend erkunden, Häuser gucken und Auckland erobern. Ausserdem mal hier und da hinfliegen, alte Bekannte besuchen und das Land noch viel besser kennenlernen. Darauf freue ich mich unglaublich! Das wird SUPER! Und wahrscheinlich werden die nächsten drei Monate noch viel spannender und NOCH viel ereignisreicher als die letzten! Auf die nächsten drei! Und die nächsten! Und die nächsten…… Und die…………………….

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2 Antworten auf „3 Monate.

  1. Liebe Lizzy,
    wie wunderbar. Es klingt so gut und ich kann alles so gut nachvollziehen, außer das mit dem Ehemann natürlich 😉 und beim Lesen geht mein Herz auf, so viel tolles, neues, spannendes, ein paar anstrengende Dinge, die aber überhaupt nicht schlimm sind. Oh, ich kenne diese Gefühle so gut.
    Hab es ganz gut und bis ganz bald,
    Deine Fredi

    Gefällt 1 Person

    1. Meine suesse Fredi, danke dir so sehr. Wie schön zu sehen, dass mein Senf die Leute noch interessiert. 😉 Manchmal befinde ich mich hier in so einem Vakuum und weiss gar nicht, ob ich überhaupt weiter schreiben soll. Aber dann mache ich es trotzdem und freue mich um so mehr über jegliche Reaktionen. Liebe Fredi, du solltest deine Sachen packen und herkommen. Für eine Weile. Oder für eine längere Weile. Du gehörst in die Welt. Eine feste Umarmung, Deine Lisa.

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