Es gibt kein Bier auf Hawaii.

Das ist sicherlich eine Lüge. Ich war noch nicht auf Hawaii, aber wieso sollte es da zum Teufel nochmal kein Bier geben? ÜBERALL gibt es Bier! Oder?! Nicht, dass mich das persönlich tangieren würde, ich trinke kein Bier. Aber nur mal so rein interessehalber. Das hat sich doch bestimmt so nur ein lustiger Liedermacher in Deutschland ausgedacht, um ein schmissiges Liedchen auf den Markt zu werfen. Egal.

Während der Auswanderungsplanung sind wir immer von bestimmten Dingen ausgegangen, die es in Neuseeland nicht gibt. Deswegen wurde und wird aktuell der Container, der bald verschifft wird, auch noch mit allerlei Skurilitäten gefüllt. Immer mit dem Hintergedanken, dass man es hier nicht kriegt oder es einfach 1 Mio Dollar kostet – weil importiert und/oder rar. Zum Beispiel Antiquitäten. Die gibt’s hier zwar, aber sie sind höllisch teuer und viel seltener als in Deutschland. Neuseeland ist erst knapp 200 Jahre alt und zusätzlich britisch geprägt. Wenn es also etwas gibt, dann im Kolonialstil, keine guten alten deutschen Bauernschränke oder ähnliches. Kleiderschränke werden sowieso total überbewertet. Die sind hier fast immer in den Häusern eingebaut.

Es gibt keine Eichhörnchen in Neuseeland. Das steht schonmal fest. Wir werden auch nicht versuchen sie zu importieren. Das könnte schwierig werden am Zoll. Der ist nämlich recht harsch mit seinen Einfuhrbestimmungen, was sehr viel Sinn macht meines Erachtens. Neuseeland ist eine Insel, die sich durch ihren geografischen Abgeschiedenheitsvorteil leisten kann, bestimmte Einfuhren genauer zu kontrollieren. So werden wie bereits schonmal erwähnt, die Schuhe an der Grenze kontrolliert. Alle Taschen und Koffer werden geröntgt und es werden sehr häufig Stichproben gemacht, ob die Angaben auf dem kleinen Papier, das man im Flieger ausfüllt, auch richtig sind.

Es gibt keinen Knollensellerie. Also zumindest habe ich noch keinen gesehen und meine Kiwi-Freundin konnte meine Frage danach auch nicht beantworten. Vielleicht gibt’s den hier einfach nicht so standardmäßig im Supermarkt. Vielleicht muss man dazu in ein spezielles Gemüsegeschäft gehen. Bye bye Suppengrün! Für mich eine relativ harte Erkenntnis, da ich als Vegetarier viel und gerne mit Suppengrün koche. Das gibt so schön viel Wumms. Geschmacklich gesehen.

Es gibt keine Drogerien in Neuseeland. WHAT?! wird die ein oder andere Dame daheim denken. Hab ich auch bei meinem ersten Besuch hier. Wo zum Teufel kaufe ich denn mein Shampoo und alles was ich brauche und wo kaufe ich die 25 Nagellacke, die ich nicht brauche, weil ich schon 100 habe??? In der Apotheke. Oder im Supermarkt. Oder in sogenannten Health Stores. Die sind allerdings mehr für die Pillen und Pülverchen im Rahmen der Nahrungsergänzungsmittel zuständig.

Es gibt kein IKEA, kein H&M, kein Zara und kein Mango in Neuseeland. Nnnnaja, das ist nicht ganz korrekt, da Zara und H&M sich ihren Weg in eine der Malls in Auckland gebahnt haben. Aber das war’s auch. Jeweils 1 Shop. Für ein ganzes Land. Keine immer wiederkehrenden Stadtzentren, die alle gleich aussehen und man allein von der Haupteinkaufsstraße und der obligatorischen Fußgängerzone her nicht sagen könnte, ob man in Hannover am Kröpcke oder in Castrop-Rauxel Downtown steht..

Es gibt keine offizielle Nachtruhe. Hab ich schonmal geschrieben. So wird hier Sonntags, an Feiertagen und abends fleißig am Häusle geschaffen. Außerdem sind Sonntags fast alle Geschäfte offen. Ladenöffnungszeiten, die per Gesetz vorgeschrieben sind, gibt es denke ich nicht in der Form wie wir Deutschen es gewöhnt sind.

Es gibt kein deutsches Brot (darüber werden wir Deutschen uns ewig und überall beschweren – zu Recht! Wir sind sehr verwöhnt, was die Brotqualität in Deutschland angeht). Es gibt keinen Schnaps. Also nicht diese deutschen scharfen Obstbrände, wie wir sie kennen. Nicht schlimm, aber ein bisschen schade. Dabei gibt’s hier die wildesten Obstsorten, die man ganz wunderbar zu Hochprozentigem verarbeiten könnte. Feijoia zum Beispiel. Keine Ahnung was das ist? Schwer zu beschreiben: Irgendwas zwischen Zitrusfrucht und Quitte. Sieht ein bisschen aus wie eine Kiwi ohne Haare. Man löffelt sie auch so. Innen ist sie hellgelb und schmeckt süß und sauer und fast ein bisschen parfümiert. Siehe Foto bzw. findet man hier mehr Info dazu: Der Name wird mit „brasilianische Guave“ übersetzt. Herkommen – ausprobieren.

Hier gibt es so viele andere Dinge nicht, die man ein Leben lang gewöhnt war und sie vielleicht nicht ganz zu schätzen wusste. Doch ist das schlimm? Nein. Es gibt alles was man braucht. Manchmal muss man eben nur wissen, wie es hier gehandhabt wird bzw. wo man es bekommt.

In dem Lied heißt es, dass man nicht nach Hawaii fährt und lieber „hier“ bleibt, weil es dort kein Bier gibt. Was für eine Einstellung! Well, that’s not gonna happen, honey. I’m already here. Dann trinken wir eben Wein! DEN gibt’s hier.

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