Es ist nicht alles Gold was glänzt…

…nein, manchmal ist es auch der schwarz gestrichene Betonfußboden in meinem Downstairs-Domizil. Ich würde gern behaupten, dass das der Tatsache geschuldet ist, dass ich hier den Putzteufel habe raushängen lassen, aber nein, alles ist anders.

Eine Woche Dauerregen (by the way laut Wetterdienst der Heftigste seit über 100 Jahren in Auckland) hat dazu geführt, dass ich urplötzlich von Wasser umgeben war. Zuerst nur ein kleiner Rinnsal, den man angesichts der Tatsache, dass das hier eigentlich eine Garage ist, vernachlässigen kann. Dann ein kleinerer Bach, der immer noch keinen wirklichen Schaden anrichtete, weil nichts Wertvolles auf dem Boden steht und nass werden kann. Bis hin zu einem kleinen Meer unter meinem Bett, das ich erst bemerke, als ich nach einiger Zeit Serie-glotzen aufstehe.

AAAAHHH! Shit! Das Wasser ist großflächig ca. 3 cm tief und sieht mit dem schwarzen Boden darunter sehr bedrohlich aus. Nach dem ersten Schock, wate ich mit meinen FlipFlops durch den Raum und schaue, dass nicht tatsächlich irgendwas abgesoffen ist. Sieht alles ok aus, bis ich mein Laptop-Ladekabel im Wasser brutzelnd finde. Der dicke Klotz in der Mitte des Kabels (wie auch immer der heißt – ihr wisst schon was ich meine) liegt mitten im schwappenden Nass und ist kochend heiß, als ich ihn herausfische. Ich trenne alles vom Strom und nehme Stecker und Kabel mit Schutz eines Handtuchs auseinander, weil ich mir sonst die Finger verbrenne. Der verschmorte Geruch verspricht nichts Gutes. Nun ja, war ja „nur“ das deutsche Kabel. Hab mir bereits ein Neuseeländisches gekauft, ist also kein Drama.

Jut. Ick jeh dann wohl ma n Lappen holn…. Mit Mop und Eimer bewaffnet stelle ich mich dem kleinen Pool unter meinem Bett, der sich langsam in den restlichen Raum ausbreitet. Das Wasser kommt entgegen meiner Vermutung, dass es den Hang unterm Haus hinunterläuft (das Haus ist auf einem Holz-Stelzen-Gerüst gebaut und hat einen Hohlraum unter dem Fußboden), durch den Betonboden. Es drückt sich durch die Poren an die Oberfläche. Es hat so lange und viel geregnet, dass das Grundwasser so hoch ist, dass die Auckländer dazu aufgerufen wurden, weniger Wasser zu benutzen bzw. in die Kanalisation einzuleiten, da die Situation sonst schnell kippen könnte und dann alles Trinkwasser vor Gebrauch abgekocht werden muss. Soweit ist es aber noch nicht.

Einen Krampf im Bein und ca. 25 Liter Wasser später ist der Boden halbwegs trocken. Ich schnappe mir den im Haus vorhandenen Dehumidifier und schmeiße ihn an. Er zieht die Feuchtigkeit aus der Luft und sammelt sie als klares Wasser in einem kleinen Behälter. Wir wollen ja nicht, dass hier alles klamm wird.

Das war der Samstag. Leider hört es trotz guter Vorhersage weiterhin nicht auf zu regnen. Heute – am Sonntag – kommt nochmal ein ganzer Sturzbach vom Himmel und siehe da, alles wieder vollgelaufen. Jippieh. Gleiches Spiel wie gestern, Eimer, Lappen, Mop, diesmal allerdings KEIN Kabelschaden. Puh!

Nun brummt der kleine Dehumidifier neben mir, es plätschert Wasser in den kleinen Auffangbehälter und so langsam trocknet alles wieder. Und draußen kommt sogar ein bisschen die Sonne raus. Wie schön! Wir packen die Kinder ein und fahren zu meiner großen Freude nach Piha Beach. Ein schwarzsandiger Strand mit rauchen Klippen und der besten Burgerbude der Welt. Achso UND nebenbei der Strand, der auf meinen Rücken tätowiert ist. Dort angekommen, verzieht sich der Regen, die Sonne kommt raus und kurze Zeit später wimmelt es am Strand von Surfern, Kinder in Wetsuits und barfüßigen Burger-Bestellern. Geht doch! 🙂

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