Tatendrang und Belohnung.

Hoch die Hände, Wochenende! Oh ja, es ist Wochenende, ich habe frei und obendrein auch noch sturmfreie Bude zusammen mit dem Au-Pair-Mädchen, das ihr Zimmer oben hat.

Was heißt das? Nackig auf’m Tisch tanzen natürlich! Naja fast. Ich nutze die freie Zeit, um erstmal ooooordentlich auszuschlafen. Zumindest nehme ich mir das vor. Das klappt bis genau 6:47 Uhr. Also genau die Uhrzeit, zu der ich auch unter der Woche aufstehe. Hm. Nagut, ich war auch früh im Bett….. Also beschließe ich, den Tag beim Schopfe zu packen und mit einem ordentlichen Frühstück zu starten. Toast, gekochtes Ei, Avocado und Tomate. Yum! Und ein ordentlicher Kaffee natürlich. Versteht sich ja von selbst.

Nach der Stärkung geht’s los. Es gibt große Pläne für mein kleines Reich: Ich habe eine neue Dichtung für den hier vorhandenen Kühlschrank. Damit wird er endlich nutzbar sein, was meine Unabhängigkeit ein ganzes Stück voran treibt. Meine eigene funktionstüchtige Kitchenette = Mein Ziel.

Dazu muss ich allerdings alles einmal auf links drehen, da der Kühlschrank natürlich in der allerletzten Ecke hinter sonstigem nicht-genutzten Krempel im abgeteilten Abstellraum eingebaut ist. Bei der Gelegenheit möchte ich auch direkt noch den hier in Einzelteilen gelagerten IKEA Kleiderschrank in dem Abstellraum verstauen. Also Schrank gegen Kühlschrank sozusagen. Die einzelnen Schrank-Pakete wiegen jeweils eine Tonne und ich bin allein. Das kann ja lustig werden…..

Auf geht’s! Ab geht’s! Ich fange an, allen Kleinkram aus dem Stauraum zu räumen, dies nach links, das nach rechts, noch was oben drauf und noch ein bisschen schieben und tatataaaaaaaa: KÜHLSCHRANK (*glitzer, glitzer*)! DA IST ER!  Nice. Also den Kühlschrank aus der Ecke gezerrt, den Rest drum herum gleichzeitig mit den Füßen zur Seite schiebend.

Anmerkung der Regie: Es sind fast 30°C draußen. Die Schweißperlen auf der Stirn verbinden sich zu größeren Tropfen und bahnen sich erst langsam dann immer schneller ihren Weg über die Wangen zum Kinn und fallen in salzigen Tropfen auf meinen schwarz gestrichenen Betonboden. 

Okay. Was nun. Es sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Ich habe eine grobe Vorstellung wo die Kitchenette sein soll und stelle aber nun fest, dass das alles gar nicht so richtig cool aussieht, wenn ich das so hinstelle wie überlegt. Hmmmm…. Hinsetzen. Wasser trinken. Denken. Aufstehen. Schieben. Doch nicht schieben. Zu schwer. Erstmal zu Ende überlegen. Wieder hinsetzen. Weiter denken. OK.

Ich habe eine Idee und checke, ob sie funktioniert: Die Stelle an der der Kühlschrank stehen soll, ist eine alte Tür, hinter der mal eine Art Besenkammer war. Ich öffne die Tür (Oh hallo, Spinnweben!) und stelle zu meiner großen Freude fest, dass der Kühlschrank genau da rein passt. Und: Es gibt einen Stromanschluss!!! Perfekt.

Also: Tür abschrauben. Mist, Akkuschrauber ist noch im Büro. Schraubenzieher. Geht nicht. Schuhe an, zum Büro stiefeln (ca. 7 Min laufen), Akkuschrauber holen und zack zack zurück zur Baustelle. Nochmal: Tür abschrauben, Tür in Abstellraum lagern, Kühlschrank in die Lücke wuchten, anschließen, ausrichten. BÄM! Passt. Geil.

Da die Lücke in der Wand größer ist, als der Kühlschrank, beschließe ich, die hier vorhanden Holzreste so zuzuschneiden, sodass ich die Lücken um den Kühlschrank herum schließen kann. Gesagt, getan. Maßband, Stichsäge, Schrauben. YEAH! Was für ein Erfolgserlebnis! Jetzt nur noch die neue Dichtung in die Tür friemeln. Alter….. Diese Aufgabe bremst mich und meine vorherige Geschwindigkeit auf fast-Stillstand und zwingt mich MIT RUHE UND GEDULD erstmal zu kapieren wie das überhaupt funktionieren soll und es dann auszuführen. Ich überlege kurz einfach einen neuen Kühlschrank zu kaufen. ARGH! Geduld ist je bekanntlich keine meiner Stärken. Okay, atmen, 21…. 22….. 23….. puh. Geschafft.

Da steht sie. Meine kleine Küchenecke. Ich bin stolz wie Oskar, räume alle nicht benötigten Dinge wieder ordentlich zurück in den Lagerraum – inkl. des IKEA-Monsters, die restlichen Möbel an ihre Plätze, das Werkzeug wieder an seine Stelle und freue mich anschließend auf eine ausgiebige Dusche. Danach will ich gaaaaanz gemütlich zum Strand laufen und die Abendsonne genießen. Allerdings muss ich nach der Dusche feststellen, wie anstrengend die ganze Aktion tatsächlich war. Mir zittern die Knie und die Augenlider rutschen auf halb Acht. Vielleicht mache ich es mir lieber hier gemütlich. Dafür hab ich ja schließlich den ganzen Tag geackert….

Ich öffne eine Flasche kühlen Rosés aus MEINEM KÜHLSCHRANK und atme tief durch, als ich glücklich und zufrieden mein neues kleines Reich betrachte.

Und das war erst der Samstag……..

 

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2 Antworten auf „Tatendrang und Belohnung.

  1. Lisa Lisa
    Du hat es ja echt drauf!
    Benny und ich waren heute im
    DUJARDIN. Bei der Arbeit. Hab mir mich mal die best of erzählen lassen
    Aus dem Leben keines Taugenichts
    Sozusagen
    Kurz vor dem Ende kam Frau Tatort Kommissarin Folkerts und erkannte
    Benny nach kurzem Zögern wieder. Den Bart kannte sie nämlich noch nicht. Es endete mit einer herzlichen Umarmung. Die von Frau F. ausging – wie es schicklich ist. Das nächstemal dann in Neuseeland.
    Herzlich
    Dein Ingo

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