Birthday – Schmirthday.

Jetzt ist es fast soweit: In ca. 4 Stunden habe ich Geburtstag. Ich werde 36 Jahre alt und fühle mich nicht im geringsten so. Heute mittag habe ich festgestellt, dass ich seit 18 Jahren (morgen auf den Tag genau) meinen Führerschein besitze und das sind GENAU 50% meines Lebens!!! Haiaiaiaiaiiiii….

Aber anstatt die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen und mich über die zunehmende Hartnäckigkeit von Fettpölsterchen und sich tief in meine Mimik einfressende Falten zu ärgern, freue ich mich über jedes graue Haar. Naja, ok. nicht über JEDES. Aber im Grunde genommen finde ich 36 zu sein ziemlich super und würde mir kein anderes Alter herbeiwünschen. Es gibt Leute, die den ganzen Tag davon faseln, dass sie gerne nochmal 25 oder gar 18 wären. Um Himmels Willen!

Heute hat mich meine liebe Freundin Maggy auf Facebook zu ihrem bevorstehenden 30. Geburtstag eingeladen.  Die letzte aus dem Freundeskreis, die die Zwanziger verlässt (glaube ich). Ich kann leider nicht dabei sein, da die Feier natürlich in Deutschland ist, aber ich bin mir sicher, dass es eine ordentliche Sause wird. Was hab ich eigentlich an meinem 30. gemacht? Ich kann mich lediglich daran erinnern, dass mich pausenlos Leute gefragt haben wie es sich denn anfühle und ich nur erwidern konnte, dass es kein bisschen anders ist, als vorher.

Ein bisschen wie mit dem heiraten. Bis auf kurze Momente, in denen ich meinen Mann angrinse und „wir sind verheiratet“ giggle, ist verheiratet sein eigentlich das Gleiche wie vorher. Vielleicht ein Fünkchen erwachsener. Die spontanen Anflüge von sich-sehr-erwachsen-fühlen gehen bei mir allerdings immer sehr schnell wieder vorüber. Menschen, die mich länger um sich haben, wissen das.

Nun sitze ich hier, trinke ein Weinchen (man trinkt übrigens ständig Weinchen in Neuseeländchen) und sinniere vor mich hin. Eigentlich wollte ich mir selbst ein Geburtstagsgeschenk machen. So halte ich es eigentlich jedes Jahr: irgendeine Kleinigkeit (oder auch gern mal eine Großigkeit) kaufe ich mir, die ich mir sonst vielleicht nicht gegönnt hätte. Einfach nur für’s gute Gefühl. Vollkommen materialistisch und oberflächlich. Herrlich. Dieses Jahr habe ich allerdings nichts Konkretes gekauft. Man wird ja anspruchsloser mit den Jahren. Ich habe eine neue Dichtung für den Kühlschrank in meinem Downstairs-Appartment bekommen. Darüber freue ich mich sehr sehr! Am Wochenende wird umgeräumt, sodass eine kleine Kitchenette entsteht. Außerdem habe ich mir im Second Hand store um die Ecke vom Büro ein paar Schuhe und einen Hut (passend zum Weinchen trägt man Hütchen in Neuseeländchen) für insgesamt 30 NZD gekauft. Das sind ca. 18€. Ja ja! Ich weiß schon wie man es ordentlich krachen lässt!

Die Krönung des morgigen Tages wird voraussichtlich, dass meine Kollegin Emma heute in einem meiner Nebensätze aufgeschnappt hat, dass ich etwas genervt bin von der Tatsache, dass ich noch kein Auto habe. Ich bin doch sehr abhängig von den Fahrten meiner Gastgeber und will denen ich nicht unnötig auf den Senkel gehen. Die haben mit zwei Kindern genug um die Ohren. Und außerdem würde ich gerne die Zeit nutzen und Auckland ein bisschen besser kennenlernen. Doch auch das ist ohne Auto etwas sehr umständlich. Es fahren Busse, aber die sind leider zunehmen unzuverlässig und alles dauert ewig. Emma erwähnte, dass sie ein Auto rumstehen hat, das sie nicht braucht. Es ist ihr alter Peugeot 206, den sie aus emotionalen Gründen nicht verkaufen will und ihr Ehemann kriegt regelmäßig einen Anfall, dass die Karre rumsteht. Also: win-win. YAY! Morgen in der Mittagspause fahren wir zusammen das Auto angucken und ich mache mal eine Probefahrt. Denn das Auto ist mit Schaltgetriebe und bis jetzt bin ich nur Automatikautos in NZ gefahren. Na das kann ja heiter werden. Egal, was tut man nicht alles für seine Unabhängigkeit?

…und das an meinem Geburtstag! 🙂

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