Sonnenuntergang.

Schon als Kind war ich fasziniert von Sonnenuntergängen bzw. eigentlich von allen möglichen Wetterphänomenen. Sei es der bunt eingefärbte Himmel am Abend oder früh am Morgen, der Wind, der alle Bäume und Blätter wiegt und weiche Wellen durch Kornfelder und wiesen pustet, der heftige Sturm, der alles ordentlich durchpustet und auf bedrohliche aber erfrischende Weise alles durchschüttelt oder das Gewitter, das gewaltig und verschwörerisch über einen hinweg rollt. 

In meinem Kinderzimmer im 1. Stock unseres damaligen Hauses, hatte ich an meinem Zimmer eine Art Wintergarten mit Blick auf Felder und Wiesen und einen Hügel der zum Waldrand hinaufführte, der mittig mit einem kleinen Jagdschloss geziert war. Dieser Ausblick wird mir für immer in Erinnerung bleiben. Ich habe oft bei Gewitter oder sonstigen Wetterkapriolen an den Fenstern gesessen und Himmel und Umgebung beobachtet und Sekunden gezählt zwischen Blitz und Donner.

Jetzt sitze ich gerade auf der Terrasse des Hauses meiner Freunde und schaue dem Himmel zu, wie er seine Farbe von strahlend blau in rosa über orange bis hin zu tiefrot und lila verändert. Es wird langsam dunkel. Ein weiterer Tag in meiner neuen Heimat geht zu Ende. 

Wenn ich drüber nachdenke und Revue passieren lasse was in dem letzten Jahr so alles passiert ist, kann ich es kaum fassen. Ich schwelge in Erinnerungen an unsere Neuseelandreise vor einem Jahr, die Verlobung, die Entscheidung auszuwandern, die Vorbereitungen, die Hochzeit und den Bootsverkauf. Unglaublich. Währenddessen höre ich im Hintergrund die Nachbarn lautstark diskutieren, dazu läuft deren Fernseher und dröhnt über den Hof. Auf der Straße hupt aufgeregt ein Autofahrer, der anscheinend jemanden abholt und ungeduldig wartet. Ansonsten hört man nur das immerwährende Zirpen der Zikaden. 

In Neuseeland gibt es keine Nachtruhe wie in Deutschland. Hier wird auch gern mal um 21:00 Uhr noch die Kreissäge angeschmissen, wenn man sein Deck noch fertig bauen möchte. Ohnehin sind hier viele Dinge sehr viel lockerer geregelt – gesetzlich gesehen. Bzw. gibt es einfach kein Gesetz für bestimmte Sachen, die in Deutschland bis ins kleinste Detail geregelt sind und fortwährend Gerichte und Anwälte beschäftigen. Bis vor zehn Jahren soll es hier noch ein bisschen Wie im wilden Westen gewesen sein. Jeder macht das was er will. Frei unter dem neuseeländischen Motto „she’ll be right“, was soviel heißt wie „passt schon“. 

Auf der anderen Seite gibt es zum Beispiel im Bauwesen eine Milliarde Vorschriften und Anträge, die man stellen muss, wenn man innerhalb und außerhalb seines Hauses etwas verändern möchte. Ein Fenster einbauen. Oder ein Badezimmer. Ein bisschen wie Denkmalschutz in Deutschland. Sehr aufwändig und zeitraubend und zu allem Überfluss anscheinend sehr teuer. 

Naja. Davon werde ich im kommenden Jahr wahrscheinlich ein sehr viel detaillierteres Lied singen können, wenn wir erstmal soweit sind und ein Eigenheim gefunden haben. 

Jetzt fangen die Mücken an mich aufzuessen. Ich gehe mal lieber rein. Die Sonne ist auch bereits untergegangen. 

Euch allen einen wunderbaren Tag! 

PS: HAPPY HAPPY BIRTHDAY TO MY BELOVED BROTHER! ❤❤❤

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