Der erste Monat.

Jau. Ein Monat bereits! Also eigentlich noch nicht ganz, weil ich vor einem Monat ja erst in den Flieger gestiegen bin. Aufgrund der langen Reisedauer und dem Abstecher über Australien, ist das eigentliche Mini-Jubiläum erst in zwei Tagen. But whatever. Es gibt ja schließlich IMMER einen Grund zu feiern!

Gestern zum Beispiel haben wir den 40,5sten Geburtstag meiner Freundin gefeiert. Ja, vierzigeinhalbsten. Die Entscheidung JETZT zu feiern, anstatt an ihrem Geburtstag, war hauptsächlich darin begründet, dass sie an ihrem eigentlichen Geburtstag im Juli frisch gebackene Mama war und dass der Juli ja hier mitten im Winter liegt. Alles eben andersrum. Wie auch das Überdiestraßegehen. Und Leuten auf dem Bürgersteig ausweichen. Auch immer wieder lustig. Man versucht einem entgegenkommenden Menschen auszuweichen und beide machen einen gekonnten Ausfallschritt zur gleichen Seite. Oft so schwungvoll, dass man fast ineinander knallt. Touristen. Haha!

Wenn wir gerade bei „andersrum“ sind: Man sollte stets bedenken, dass man die Sonnenseite des Hauses hier auf der NORDSEITE hat. Zu viele Beispiele gibt es von reichen Europäern, die nach Neuseeland kamen und sich prachtvolle Häuser mit Südterassen gebaut haben……

Ich stelle mir immer noch die Frage, ob das Wasser im Waschbecken auf der Südhalbkugel andersherum abläuft – also ob der Strudel automatisch andersherum dreht. Dazu müsste ich aber erstmal wissen, wierum er im Norden läuft. Vielleicht hat ja jemand von euch mal die Muße, darauf zu achten und mir einen Tip zu geben. Die wissenschaftliche Auswertung des kleinen Experiments erhaltet ihr dann in einem der nächsten Posts. 😉 Ich meine sowas mal bei der Sendung mit der Maus gesehen zu haben, aber wie war das Ergebnis? Man weiß es nicht. Ich könnte es Googles, doch der Selbstversuch ist doch bestimmt viel spannender!

Ich sitze auf der Terrasse des Strandhauses von Bekannten. Wir sind alle mit der Fähre nach Waiheke gefahren, um hier den Geburtstag zu feiern. Waiheke ist eine Auckland vorgelagerte Insel, die einfach zauberhaft schön ist. Sie ist von einer Mischung aus Hippies, Aussteigern und aber auch wohlhabenden Aucklandern bewohnt. Das Wasser ist so klar, dass man, selbst wenn man rausschwimmt, noch den Grund sehen kann. Wunderschöne große Muscheln sind am Strand zu finden und überall gucken Palmen aus den dicht bewachsenen Hügeln hervor. Das Ferienhaus – hier batch genannt – ist wort-wörtlich einen Steinwurf vom Strand entfernt. Haus, Garten, Straße, Strand. Die Straße ist kaum belebt, da sie am Ende zu einer Sackgasse wird. Trotzdem fährt der lokale Busservice alle 30 Minuten vorbei und die winzige Bushaltestelle ist direkt vor der Haustür. Ansonsten gehen Touristen und Einheimische mit ihren Familien und/oder Hunden hier spazieren, ab und zu rollt mal jemand auf einem Skateboard vorbei oder ein Pickup knattert die Straße entlang. Herrlich!

Gerade regnet es allerdings. Wir hatten hier sehr viel Regen in den letzten Tagen, aber es ist trotz allem wunderbar warm und die Sonne schafft es immer wieder zwischendurch sich ihren Weg zu bahnen. Sobald sich irgendjemand über den Regen beschert (was oft Deutsche sind – gar nicht unbedingt, um sich zu beschweren, sondern viel mehr, weil das Gespräch über das Wetter einfach eine sehr etablierte Form des small talks in Deutschland ist), entgegnen ihm die Kiwis mit einem lächelnden „This ist why our country is so green!“. Genau die richtige Einstellung.

Grundsätzlich ist hier die Unterhaltung über das Wetter bzw. die Wettervorhersage komplett zu vernachlässigen. Es macht einfach keinen Sinn! Wie man so schön sagt, hat man hier vier Jahreszeiten an einem Tag. Es ist warm genug für kurze Hose und T-Shirt, aber man sollte immer eine Strickjacke dabei haben. Festes Schuhwerk braucht man im Sommer eigentlich nie. Selbst wenn es regent, macht es mehr Sinn Flip Flops (die hier Jandals heißen) zu tragen. Oder man geht eben direkt barfuß. Füße trockenen schneller als Schuhe.

Arbeitstechnisch machen wir einige Fortschritte. Wir sind fast fertig mit unserem Büro – die Räume brauchen noch den letzten Schliff und dann kann es losgehen. Neue Mieter für die einzelnen Arbeitsplätze müssen gefunden werden. Jemand Interesse? 😉 http://www.thebalanceproject.co.nz

Sobald das alles fertig ist, können wir an unserem eigentlichen Projekt weiterarbeiten, um das endlich „auf die Straße zu kriegen“. Darüber berichte ich dann mehr, wenn wir soweit sind. Ihr dürft gespannt sein!

 

Nun noch kurz zu mir: Ich war leider ganz doof krank und erhole mich gerade wieder von einer ziemlich fetten Erkältung. Die kam nicht von nassen Füßen, ich schwöre! Außerdem hab ich Vorgestern, als wir im Strandhaus angekommen sind, einen ganz schönen Stunt hingelegt. Mir ist der Fuß beim allerersten Schritt ins Haus weggerutscht und ich habe mit beiden Händen voller Taschen versucht mich auf dem Boden abzustützen. Dabei bin ich nicht nur aufs Knie, sondern auch etwas unglücklich auf den linken Zeigefinger gefallen. DAS lag an nassen Füßen. Aber auch das ist jetzt schon wieder viel besser und alles was bleibt, ist, dass ich mich über meine eigene Blödheit ärgere.

 

Es gibt also immer mal wieder kleine Bumps auf dem Weg, aber auch das gehört wohl dazu. Ansonsten alles fein. Ich schaue auf’s Meer, springe regelmäßig rein und tauche im leicht salzigen Wasser ab. Ich fühle mich so wohl, dass ich mein Glück kaum fassen kann. Immer wieder gibt es Momente, in denen ich kurz innehalten und mir bewusst machen muss, dass ich nicht in absehbarer Zeit wieder gehen muss. Ich kann einfach hier bleiben und Palmen, Strand und Meer gehören nun zu meinem täglichen Leben. Ich fühle eine tiefe Dankbarkeit in mir und ich merke, wie Stress, Dunkelheit und Kälte mit jedem Blick über grüne Hügel, Meer oder  weiten Horizont aus meinem Körper gespült werden. Nun fehlt nur noch mein Mann. Aber der ist auch ganz bald schon hier. Yay!

 

In 10 Tagen hab ich Geburtstag. Das wird glaube ich ein bisschen komisch. So ganz ohne die alte Sippe. Mal sehen. Nun geht’s erstmal auf in den nächsten Monat!

 

 

 

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