Wenn ihr das hier lest….

….sitze ich bereits im Flieger. Die letzten Tage waren trotz der Tatsache, dass alles gepackt war, ziemlich vollgestopft und rastlos. Gott sei Dank konnte ich ruhig schlafen. Die Vorstellung nachts wach zu liegen und zu grübeln hat mich etwas nervös gemacht, trat aber nicht ein.

 

Nun sitze ich im Flieger. Ich schreibe diesen Text bevor es tatsächlich soweit ist. Ich weiß also nicht, wie ich mich gerade fühle. Hoffentlich bleibt meine verhältnismäßige Ruhe erhalten. Hoffentlich bin ich nicht zu traurig. Ich nehme mir fest vor, die Reise zu genießen. Alles aufzusaugen was um mich herum passiert. Und Fotos zu machen! Ich mache viel zu wenig Fotos von diesem gesamten Prozess. Wahrscheinlich ärgere ich mich irgendwann darüber. Egal.

 

Nach Deutscher Uhrzeit lande ich am Freitag, 20.1.2017 um 12:55 Uhr mittags. In Neuseeland ist es dann ein Uhr nachts. Ich werde von meinen Freunden abgeholt und freue mich sehr, dass sie diese nächtliche Tour auf sich nehmen. Wahrscheinlich wird mein Aufenthalt an der Grenze durch den Zoll etwas länger dauern. Es ist üblich, dass man bei Einreise als Tourist nach Neuseeland ein paar Fragen gestellt bekommt (z.B. wo werden Sie unterkommen, was haben Sie vor, haben Sie schon einen Plan, was Sie alles sehen wollen….). Außerdem wollen die Behörden immer ein Rückreiseticket sehen. Mit meinem Permanent Residence Visa und meinem Oneway-Flug wird es da sicherlich ein paar zusätzliche Fragen geben. Dieser Moment ist nach der langen ermüdenden Reise immer ziemlich aufregend und wird dieses Mal wahrscheinlich besonders spannend. Außerdem wird bei Einreise oft das Gepäck geöffnet. Neuseeland hat sehr genaue und strenge Einfuhrbestimmungen. Sobald man zum Beispiel Schuhe im Gepäck mitführt, wird oft nachgeschaut, ob die Sohlen auch sauber sind. Es könnte sich ja ein Samenkorn eines nicht-einheimischen Baumes darin verirrt haben, der das komplette sehr fragile Ökosystem dieser Insel im Pazifik ins Ungleichgewicht bringt. Ich finde diese Kontrollen OK, denn ich möchte bitte nicht der Verursacher eines Waldsterbens dort sein. Das wäre mir doch sehr unangenehm… So verbringe ich die ein oder andere meiner letzten Stunden hier damit, Schuhe zu putzen. Yeah. Not.

 

Ich versuche mir vorzunehmen im Flieger (ungeachtet der Uhrzeit, die draußen gerade herrscht) direkt ein bisschen zu schlafen, um dann, wenn ich ankomme, lange genug wach gewesen zu sein, um dann wieder müde zu sein. Riesenchaos für den Körper. Und irgendwie auch gar nicht planbar. Obwohl ich meistens vor dem Start eines Fliegers immer schon so müde bin, dass ich mich direkt einrollen und schlummern könnte. Dies wird jedoch die Aufregung zu verhindern wissen, denke ich. Wir werden sehen.

 

Die Vorstellung meinen Mann drei Monate nicht zu sehen, macht mich nervös. Wir haben so viel Zeit miteinander verbracht und sind jeden Schritt zusammen gegangen, dass da eine große – Gott sei Dank nur vorübergehende – Lücke entstehen wird. Heute sind es für ihn noch genau 100 Tage bis zu seinem Flug. Aus seiner Sicht fänd ich es allerdings noch unerträglicher. Der Partner geht vor und er sitz hier rum und kann eigentlich nur warten. Und wer mich kennt, der weiß, dass WARTEN eine für mich ultimativ wirksame Foltermethode ist. Aber er scheint da entspannter zu sein. Wir sind beide auf unsere Art nervös und haben beide nun drei Monate mit unterschiedlichen Aufgaben vor uns. Die Aufteilung ist gut so wie sie ist: Ich ziehe los, fange an zu arbeiten, checke meine neue Situation aus und richte mich ein. Er arbeitet hier und schließt sein letztes Filmprojekt ab, regelt alles, was noch bzgl. Bootsverkauf und –übergabe zu regeln ist, hilft unserer Mitbewohnerin beim Umzug in eine neue Wohnung, regelt die Container-Vorbereitungen.

 

Einige werden sich fragen, warum wir überhaupt getrennt abreisen. Das hat folgenden Grund: Unsere Visa basieren auf meinem neuen Job dort. Ich MUSS zeitnah mein Visum und damit meinen neuen Job in der Ferne antreten. Grundsätzlich hat man nach Erhalt des Visums 12 Monate Zeit einzureisen und anzufangen zu arbeiten, jedoch kann eine zu große Lücke bei der Einwanderungsbehörde manchmal komisch aussehen. Um dem vorzubeugen, geht es für mich eben schon los. Außerdem bin ich hier in Deutschland „fertig“. Ich habe keine Jobs mehr, alles ist geregelt und ich würde sonst hier rumsitzen und darauf warten, dass wir losfliegen können. Und  das Problem mit dem Warten habe ich ja gerade schon beschrieben.

 

Meine Flugstrecke geht von Berlin Tegel nach Abu Dhabi (Dabi Dhubu, Bubi Dhaba, Schnubi Wubi, Higi Hugu… ihr wisst schon…), von dort nach Brisbane und dann nach Auckland. Insgesamt bin ich 25 Stunden unterwegs (und alle so puh…!), was bis jetzt meine kürzeste Reisezeit nach Neuseeland ist. Ich meine zu wissen, dass man es unter 24 Stunden gar nicht schafft. Ich habe jeweils nur ca. 1 Stunde Aufenthalt in Babi Schnubi und in Brisbane. Also geht das alles ganz schön zickizacki, ruckizucki. Der Flug von Bubi Babi nach Brisbane ist mit knapp 14 (!) Stunden der Längste. Mein armes Steißbein tut mir jetzt schon leid und weh. Ich sehe euch auf euren Bürostühlen solidarisch hin und her rutschen. Das gefällt mir… 🙂

 

Ich gebe Laut (via Facebook oder so), wenn ich gelandet bin. Stay tuned!

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